Arbeitstherapie

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Ziele

Bei der Arbeitstherapie[1] handelt es sich um therapeutische Maßnahmen, die klinikintern durchgeführt werden. Sie gehören zum Standardangebot einer Reha-Klinik. Ziel ist es, konkrete Hilfestellung für die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu leisten. Dies geschieht, auf die beruflichen Anforderungen (Kontextfaktoren) des Rehabilitanden bezogen, über die Förderung motorischer und mentaler Fertigkeiten und Funktionen sowie die Steigerung der psychischen und physischen Belastbarkeit.

Wesentliche Inhalte

Mögliche Inhalte sind das Training tätigkeits- und berufsspezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dies beinhaltet: Motivationsförderung, Förderung körperlicher Fähigkeiten durch das Training arbeitsüblicher Bewegungsabläufe (z. B. im Hinblick auf körperliche Belastbarkeit, Feinmotorik, Geschicklichkeit), Förderung mentaler Fähigkeiten (z. B. Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Umstellungsfähigkeit, Lernen, Vorstellungsvermögen, Problemlösen, Arbeitsplanung), Verbesserung sozialer und sozialkommunikativer Fähigkeiten (z. B. Durch­setzungs- und Anpassungsvermögen, Kontaktfähigkeit, Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Führungsfähigkeit), Förderung der Art der Arbeitsausführung (z. B. Genauigkeit, Arbeitsergonomie), Förderung arbeits- und berufsbezogener Schlüsselqualifikatio­nen (z. B. Eigeninitiative, Ausdauer, kritische Kontrolle, Misserfolgstoleranz, Ordnungsbereitschaft, Pünkt­lichkeit, Selbständigkeit, Sorgfalt, Verantwortung) und Verbesserung persönlichkeitsbezogener Fähigkeiten (z. B. Selbsteinschätzung, Selbstwahrnehmung, Selbstver­trauen).

Stehen arbeits- und berufsbezogene Bewegungsabläufe im Vordergrund, so spricht man auch von „Arbeitsplatztraining“. Im Arbeitsplatztraining werden grundmotorische arbeits- und berufsbezogene Bewegungsabläufe trainiert, die für eine erfolgreiche Ausübung der Erwerbs­tätigkeit relevant sind. Ziel ist hierbei v. a. die Steigerung der Leistungsfähigkeit hinsichtlich der physischen Anforderungen am Arbeitsplatz.

Durchführung

Das arbeitstherapeutische Training basiert ggf. auf den Ergebnissen einer im Vorfeld durchge­führten Belastungserprobung. Die Arbeitstherapie wird klinikintern und in der Regel als Ein­zeltherapiemaßnahme oder in Kleingruppen durchgeführt. Nach der Abstimmung des Thera­piebereichs im Behandlungsteam sowie mit dem Rehabilitanden, erfolgt der Einsatz des Re­habilitanden in der entsprechenden Arbeitsumgebung. Dabei können der Schwierigkeitsgrad, die Intensität und die Belastung gesteigert werden. In multidisziplinären Teamkonferenzen werden zu Beginn Fähigkeits-/Defizitanalyse und Therapieplanung durchgeführt; während der Be­handlung werden die Ziele bzw. die Zielerreichung regelmäßig überprüft und die Ziele ggf. modifiziert. Am Ende erfolgt im Team eine abschließende sozialmedizini­sche Leistungsbeurteilung. Im Gespräch mit dem Rehabilitanden müssen die objektiven Er­gebnisse, Fähigkeiten des Rehabilitanden und klinischen Beobachtungen besprochen werden und daraus unter Einbindung der subjektiven Einschätzungen des Rehabilitanden die weiter­führenden Beratungen konfiguriert werden. Während der gesamten Maßnahme erfolgen kon­tinuierliche Rückmeldungen an den Rehabilitanden bzgl. seines Leistungsvermögens, um die Anforderungen der Maßnahme dem Leistungsvermögen anzupassen und seine Fähigkeiten zu fördern. Insbesondere am Ende der Maßnahme erfolgt ein Bilanzgespräch mit dem Reha­bilitanden. Gegebenenfalls werden begleitende psychologische/psychotherapeutische Ge­spräche angeboten.

Instrumente

Störungsspezifische Assessments zur Verlaufsbeschreibung und Outcome-Messung. Erfassung von personen- und umweltbezogenen Kontextfaktoren (z. B. berufliche Vorge­schichte Bedingungen am Arbeitsplatz) und mentaler Fähigkeiten.

Dauer und Frequenz

Frequenz und Dauer der Maßnahme variieren je nach Zielsetzung und individueller Problem­lage des Rehabilitanden. Es werden ein bis fünf Termine pro Woche mit einer Dauer von mindestens 60 Minuten angeboten.

Zielgruppe

Die Maßnahme richtet sich an Rehabilitanden mit berufs- und tätigkeitsbezogenen Leistungs- und Funktionseinschränkungen bei gleichzeitig positiver Erwerbsprognose.

Beteiligte Therapeuten/Berufsgruppen

Mögliche an der Maßnahme beteiligte Berufsgruppen: Arzt, Ergotherapeut, Arbeitstherapeut, Arbeitspädagoge, Klinischer Psychologe, Neuropsy­chologe, Sozialarbeiter, Sozialtherapeut, Physiotherapeut.

Notwendige Ausstattung

Für die Durchführung der Maßnahme werden ergonomische und behindertengerecht ausgestattete Modellarbeitsplätze benötigt, die sich an den Anforderungen des Arbeitsmarktes orientieren. Es sind Räume sowohl für Gruppen- als auch für Einzelarbeit vorzuhalten. Für das Training tätigkeitsspezifischer Bewegungsmuster sind Räumlichkeiten mit entsprechenden Arbeitsmaterialien notwendig.

Literatur zum Thema

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Praxisbeispiele

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[1] Nicht angesprochen ist hier der Einsatz von Arbeit als Mittel der Therapie ohne Bezug zu einer aktuellen oder angestrebten Arbeits- oder Berufstätigkeit.