Entwicklungslinie

Die berufliche Wiedereingliederung bzw. der Verbleib des Rehabilitanden im Beruf stellt das übergreifende Ziel der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung dar. Der von einer Krankheit oder Behinderung Betroffene steht in einem psychosozialen Kontext – die alleinige Betrachtung des Gesundheitsproblems im Rehabilitationsprozess greift daher zu kurz. Person- und Umweltfaktoren (im Sinne der ICF) können Barrieren oder Ressourcen beim Weg zurück in Alltag und Beruf darstellen. Vor diesem Hintergrund ist eine gezielte Arbeit an den Bedingungen für eine Wiedereingliederung notwendig.

Das Bemühen um eine stärkere berufliche Orientierung innerhalb der medizinischen Rehabilitation ist nicht neu. Die Reha-Kommission des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) wies bereits 1991 in ihren Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation darauf hin, dass “Angebote zur beruflichen Eingliederung innerhalb der medizinischen Rehabilitation ausgebaut und weiter qualifiziert werden sollten” (VDR, 1992, S. 167). Auch die Reha-Kommission Berufsförderung des VDR erachtet eine nahtlose Verknüpfung medizinischer und beruflicher Rehabilitation als besonders effektiv (VDR, 1997). Die bessere Verzahnung soll u. a. durch Weiterqualifizierung der Reha-Ärzte, Intensivierung der Reha-Beratung in den Kliniken und Durchführung von “berufsbezogenen Vorfeldmaßnahmen” (z.B. Arbeitserpro­bungen) in der medizinischen Rehabilitation gefördert werden (VDR, 1997, S. 66-67).

Die arbeits- und berufsbezogene Orientierung in der medizinischen Rehabilitation lässt sich als eine Entwicklungslinie beschreiben, die in den letzten Jahren sowohl in der Versorgungspraxis als auch in der rehabilitationswissenschaftlichen Forschung verstärkt aufgegriffen wurde. Neben Arbeitstherapie und Belastungserprobung als gesetzlich benannten Maßnahmen im Rahmen der medizinischen Rehabilitation (§ 26 Abs. 2 SGB IX) haben in den letzten Jahren viele Rehabilitationskliniken weitere berufsbezogene Bausteine in Diagnostik und Therapie integriert.

Durch die gemeinsame Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Rentenversicherung zur Umsetzung von Ergebnissen der Rehabilitationsfor­schung in die Versorgungspraxis in den Jahren 2005 bis 2007 konnten Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt werden, die die arbeits- und berufsbezogene Orientierung in den Mittelpunkt stellten. Im Rahmen dieser so genannten „Umsetzungsprojekte“ wurden Screening-Verfahren zum Erkennen von Rehabilitanden mit beruflichen Problemlagen entwickelt, berufsbezogene Interventionsmaß­nahmen konzipiert und evaluiert und ein Überblick zum aktuellen Stand arbeits- und berufsbezogener Angebote erstellt. Damit konnte die Basis für eine Dissemination arbeits- und berufsbezogener Orientierung in die Praxis geschaffen werden. Die „Umsetzungsprojekte“ werden im Folgenden näher dargestellt.

Projekt C1

„Entwicklung und Evaluation eines indikationsübergreifenden Schulungsmoduls zur beruflichen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation mit niederschwelligem Zugang“

Weitere Informationen zum Projekt C1

Projekt C2

„Entwicklung und Validierung eines generischen Screening-Instruments zur Identifikation von beruflichen Problemlagen und dem Bedarf an berufsorientierten und beruflichen Rehabilitationsleistungen“

Weitere Informationen zum Projekt C2

Projekt C3

„Konzepte für die systematische Sammlung und wissenschaftliche Bewertung von Interventionsbausteinen zur gezielten Bearbeitung beruflicher Problemlagen während der medizinischen Rehabilitation“

Weitere Informationen zum Projekt C3

andere Projekte zur BO

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Verwendete Literatur

[VDR] Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (Hrsg.) (1992). Bericht der Reha-Kommission des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger – Empfehlungen zur Weiterentwicklung der medizinischen Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung. Frankfurt am Main: Selbstverlag.

[VDR] Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (Hrsg.) (1997). Abschlussbericht der Reha-Kommission Berufsförderung des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger – Empfehlungen zur Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung. DRV-Schriften Band 7. Frankfurt am Main: Selbstverlag.