„Konzepte für die systematische Sammlung und wissenschaftliche Bewertung von Interventionsbausteinen zur gezielten Bearbeitung beruflicher Problemlagen während der medizinischen Rehabilitation“
Abschlussbericht
Interventionsbausteine zur Bearbeitung beruflicher Problemlagen während der medizinischen Rehabilitation (Abschlussbericht des C3-Projektes): Erhältlich über die Homepage der Deutschen Rentenversicherung Bund
Ansprechpartner
Universität Würzburg
Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie
Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
Klinikstr. 3, 97070 Würzburg
Dr. Silke Neuderth
s.neuderth[at]uni-wuerzburg.de
Tel.: 0931-31-82076, Fax: 0931-31-86080
Dipl.-Psych. Christian Gerlich
christian.gerlich[at]uni-wuerzburg.de
Tel.: 0931-31-82038, Fax: 0931-31-86080
Zusammenfassung
Die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben stellt das Hauptziel der medizinischen Rehabilitation der Rentenversicherungsträger dar. Eine ganzheitliche, prozessorientierte Sichtweise der Rehabilitation erfordert den Einbezug der beruflichen Perspektive in alle Phasen der Rehabilitation.
In Einrichtungen der stationären medizinischen Rehabilitation hat sich in den letzten Jahren ein breites Spektrum an berufsbezogenen Interventionen entwickelt. Die entsprechenden Maßnahmen befinden sich allerdings auf einem sehr unterschiedlichen Entwicklungsniveau; ein Konsens im Bezug auf Qualitätsstandards oder Bewertungskriterien existiert bislang nicht. Vor dem Hintergrund, dass prinzipiell jede medizinische Rehabilitationsklinik in der Lage sein muss, berufsbezogene Probleme frühzeitig zu erkennen und aufzugreifen, muss ein Mindeststandard an berufsbezogenen Inhalten in Diagnostik und Therapie in allen Reha-Kliniken etabliert werden.
Ziel des Projektes war es, einen Überblick zu vorhandenen berufsbezogenen Interventionen in Kliniken der stationären medizinischen Rehabilitation zu erstellen, die laufenden Ansätze unter wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten zu bewerten und eine Strategie zur Verbreitung des Einsatzes geeigneter Interventionsbausteine in Reha-Einrichtungen zu entwickeln.
Um den aktuellen Stand bezüglich der Formen und des Verbreitungsgrades berufsbezogener Maßnahmen zu erfassen, wurde von Juli bis Oktober 2005 eine bundesweite schriftliche Erhebung in allen rentenversicherungseigenen und von der Rentenversicherung federführend belegten Rehabilitationskliniken durchgeführt.
Insgesamt wurden 1.127 Einrichtungen der stationären und ambulanten medizinischen Rehabilitation angeschrieben. Mit 763 eingegangenen Fragebögen liegt die Rücklaufquote bei 68%. Etwa 90% der antwortenden Einrichtungen benannten berufsorientierte Interventionsbausteine aus ihrem Angebot. Insgesamt waren 3.170 Einzelnennungen zu verzeichnen.
Auf Basis von Literatur- und Internetrecherchen sowie einer Expertenbefragung wurde ein Katalog mit Bewertungskriterien für berufsbezogene Maßnahmen in der stationären medizinischen Rehabilitation entwickelt, in dem auch Qualitätsanforderungen an die Interventionen beschrieben werden. Die im Rahmen der bundesweiten Befragung erfassten berufsbezogenen Maßnahmen wurden anhand des Bewertungskatalogs klassifiziert, wobei auch Forschungs- und Entwicklungsbedarf beschrieben wurde.
Die Interventionsbausteine können in 54 Kategorien eingeteilt werden, die sich zu 13 Hauptkategorien ordnen lassen.
Es lässt sich erkennen, dass ähnlich benannte berufsorientierte Interventionsbausteine zum Teil sehr unterschiedliche Vorgehensweisen bezeichnen. Dies kann sich sowohl auf den zeitlichen Umfang als auch auf die Intensität der Maßnahme beziehen, z. B. werden eintägige Maßnahmen wie auch Maßnahmen von mehreren Wochen als Belastungserprobung bezeichnet.
Für die meisten der genannten Interventionsbausteine fehlen homogene Beschreibungen und einheitliche Definitionen. Eine Klärung der Bezeichnungsvielfalt und einer Vereinheitlichung der heterogenen Begriffsverwendung würde zu mehr Versorgungstransparenz führen.
Um die Projektergebnisse den Adressaten in den Rehabilitationskliniken zugänglich zu machen, wurde im Rahmen des Folgeprojektes „Dissemination von Forschungsergebnissen zur beruflichen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation in die Praxis“ neben dieser Homepage ein Arbeitsbuch „Berufsbezogene Maßnahmen“ erstellt, welches eine zielgruppengerecht aufbereitete Übersicht zu berufsbezogenen Interventionen umfasst und die Bewertungskriterien transparent macht.
Projektziele
- Bestandsaufnahme zu berufsbezogenen Interventionen (BO-Interventionen).
- Bewertung der in der Praxis entwickelten und eingesetzten BO-Interventionen.
- Entwicklung von Strategien zur Verbreitung der Bewertungskriterien und zur Verankerung von BO-Interventionen in der Versorgung.
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